Landschaftsgarten Elfenau Bern

Die Elfenau liegt am südlichen Stadtrand von Bern leicht erhöht über der Aare. Die Planung des heute noch bestehenden Landschaftsgartens geht auf die russische Grossfürstin Anna Feodorowna zurück. Sie erwirbt das Landgut 1814, gibt ihrem Besitz den poetischen Namen „Elfenau“ und beauftragt den Gartenarchitekten Joseph Bernhard Baumann, das Anwesen in einen Landschaftsgarten zu verwandeln. Ein sich zum Herrschaftshaus hin verdichtendes Wegenetz mit Pavillons, Sitz- und Aussichtsplätzen hat ursprünglich die landwirtschaftlich genutzten Wiesen durchzogen. Auf den zahlreichen historischen Abbildungen der Elfenau wird zudem deutlich, dass eine der grossen Qualitäten des Parks die Aussichten auf den seeähnlich breiten Lauf der Aare, auf den nahegelegenen Gurten und auf das herrliche Bergpanorama der Berner Hochalpen virtuos in die Konzeption der landschaftlichen Anlage miteinbezogen wurden. Das vorliegende Parkpflegewerk dient als Grundlage, das landschaftlich, kulturhistorisch und gartendenkmal-pflegerisch einzigartige Juwel für die Zukunft zu erhalten und angemessen weiter zu entwickeln. Die heutige „Elfenau“ wird nur von der Geländekante bis zur Aare hin als Park erlebt. Der Baumann-Plan von 1814 dient als Grundlage für weitere Entscheidungen und Weitergestaltungen. Eine exakte Wiederherstellung der historischen Anlage ist hingegen aus gartendenk-malpflegerischer Sicht weder erwünscht noch möglich. Die Intention der Grossfürstin Anna Feodorowna und des Gartengestalters Joseph Bernhard Baumann soll stärker hervorgehoben und wo nötig neu inszeniert werden. Mit verschiedenen Massnahmen wird die ursprüngliche Ausstrahlung des Parks wieder erfahrbar gemacht. Die Wege werden spannungsreich in das Landwirtschaftsland gelegt. Die Pavillons, Sitzbänke und Blumeninseln werden aufgrund fehlender Quellen nicht als Rekonstruktionen, sondern als Weiterführung der Idee Feodorownas in zeitgemässer Sprache erstellt. Die weitläufigen Wiesen werden extensiver bewirtschaftet, um den Reiz blumenreicher Wiesen zu vergegenwärtigen und das Elfenauhölzli wird als ein mehrschichtiger Plenterwald gepflegt, was ihn geheimnisvoller erscheinen lässt. Der Geist und die Wahrnehmung der Grossfürstin werden so auch in diesem Parkbereich dank der Anpassung des vegetabilen Bestandes räumlich und ideel wieder erfahrbar.

Bauherr

Stadtgärtnerei Bern

Projektdaten

Parkpflegewerk 2008-2009
Teilprojekte ab 2009
Fläche 40 ha